Die Zeitschrift „Boletus“ hat eine lange Geschichte. Sie wurde als ostdeutsche Publikation von Heinrich Dörfelt und Uwe Braun ins Leben gerufen. Später führten Frieder Gröger, Gerald Hirsch und Peter Otto sie weiter.

Inzwischen hat sich der „Boletus“ zu einer attraktiven Informationsquelle nicht nur für deutschsprachige Pilzfreunde gemausert. Dabei wird -entgegen des Namens- in den Beiträgen die ganze Breite des mykologischen Kosmos von den Ascomycota, den Basidiomycota bis hin zum Grenzbereich der Schleimpilze thematisiert. Neben der ausführlichen Darstellung und Diskussion bemerkenswerter Funde sowie der Erstellung von Bestimmungsschlüsseln zu einzelnen Gattungen oder Artengruppen sind auch Themen zur Geschichte der Mykologie wiederkehrender Gegenstand in den Beiträgen. Floristische Arbeiten zu interessanten Standorten ergänzen das Spektrum. Dabei sorgt die Mitarbeit qualifizierter Mykologen im Fachbeirat für ein fachlich korrektes und ansprechendes Niveau.

Etwa ein Viertel der Seiten sind für Beiträge aus den unterstützenden Vereinen reserviert. Dort ist Raum für Berichte von Veranstaltungen, Ehrungen, Jubiläen und Nachrufen, sowie Ankündigungen von Terminen.

Im Jahr erscheinen zwei Hefte mit einem Umfang von je mindestens 64 Seiten. Da der „Boletus“ als Mitgliederzeitschrift konzipiert ist, finanzieren sich die Hefte durch den Jahresbeitrag ihrer Mitglieder. Der Bezug der Zeitschrift erfolgt über die Mitgliedschaft im „Boletus e.V.“, dessen einzige Ziele die Herausgabe der Zeitschrift und die Organisation der „Boletus“-Tagung alle zwei Jahre sind.

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Am 23.6.2017 trafen sich im Leipziger Institut für Biologie neun Mykologinnen und Mykologen zur Gründungsversammlung des „Boletus e.V.“. Vorausgegangen war die Mitteilung, dass der „Weissdorn-Verlag“ krankheitsbedingt die Tätigkeiten um den „Boletus“ nicht mehr übernehmen kann. Da andere Verlage für die auflagenschwache Fachzeitschrift nicht gefunden werden konnten, wurde von den herausgebenden Vereinen beschlossen, einen neuen wirtschaftlichen Träger zu gründen, der Herstellung und Vertrieb des „Boletus“ sowie zweijährige Mitgliederversammlungen als einzige Aufgabe hat. Als Vorsitzender des „Boletus e.V.“ wurde Peter Specht gewählt, mit Peter Otto und Martin Schmidt als Stellvertretern. Der Wechsel von einer Abonnenten- zu einer Mitgliederzeitschrift und der Neustart als Verein waren zunächst mit verschiedenen Schwierigkeiten verbunden. Gesundheitsbedingt trat Peter Specht auf der Mitgliederversammlung am 11.10.2019 vom Vorsitz zurück. Die Leitung des „Boletus e.V.“ wurde an Martin Schmidt übergeben und liegt seitdem in dessen Händen.

Hier kann man die Satzung ansehen.

Das erste Heft des „Boletus“ erschien 1977. Herausgeber war damals der Arbeitskreis Mykologie im Zentralen Fachausschuss Botanik beim Kulturbund der DDR. Die Publikation war „Anleitungsmaterial und Arbeitsergebnis für mykologische Fachgruppen und Interessenten“. Als Hauptinitiatoren und Redakteure agierten damals Heinrich Dörfelt und Uwe Braun.
Ab Heft 2 (1991) wurde die Herausgabe der Zeitschrift vom Bundesfachausschuss für Mykologie beim NABU übernommen. Da mit dem Zusammenbruch der staatlich organisierten Pilzberatung in Ostdeutschland auch deren Zeitschrift, das „Mykologische Mitteilungsblatt“, nach kurzer privatwirtschaftlicher Herausgabe in finanzielle Schwierigkeiten kam, wurde 1994 eine Zusammenführung beider Zeitschriften als „ Boletus – Mykologisches Mitteilungsblatt“ beschlossen.
Frieder Gröger, der das „MyMi-Blatt“ zusammen mit Mila Herrmann jahrelang redaktionell betreut hatte, übernahm die Redaktion bis 1999. Danach oblag die Heftgestaltung verschiedenen Redaktionsteams und Schriftleitern wobei Peter Otto den konstanten Faktor darstellte. Stellvertretend seien hier Norbert Luschka, Andreas Gminder und Udo Richter als weitere Mitstreiter genannt. Da Pilze damals beim NABU offenbar nur eine sehr untergeordnete Rolle spielten, musste im Heft 1 (2008) den Lesern mitgeteilt werden, dass der NABU sein finanzielles Engagement für den
„Boletus“ beendet. Es war Peter Otto sowie drei und kurz darauf fünf ostdeutschen Pilzvereinen zu verdanken, die die weitere Herausgabe ermöglichten. Dabei kann das Engagement von Gerald Hirsch nicht hoch genug veranschlagt werden, der mit seinem „Weissdorn-Verlag Jena“ von da an Satz und Gestaltung der Hefte zum Selbstkostenpreis übernahm. Als er 2017 seine Tätigkeit für den „Boletus“ krankheitsbedingt aufgab, musste wieder eine neue Lösung gefunden werden, um die Zeitschrift am Leben zu erhalten. Zu diesem Zweck gründeten mehrere Pilzvereine den „Boletus e.V.“.